SEPA vereinfacht den EURO-Zahlungsverkehr
SEPA vereinfacht den EURO-Zahlungsverkehr
Auf meiner Reise nach Dubai erfuhr ich, dass selbst dort die Immobilienblase zu platzen droht. Offensichtlich verschont die globale Finanzkrise auch nicht die reichsten Flecken der Erde. Bei näherer Betrachtung könnte das Wegbrechen der kalkulierten Mieteinnahmen auch einfach an der dort üblichen Zahlungsweise liegen. Mieten werden in Dubai mit einem Scheck für das ganze Jahr im voraus bezahlt. Es kann auch für das halbe Jahr oder nur für das Quartal bezahlt werden, das ist dann aber teurer.
Wenn auch nicht so ungewöhnlich, so haben es auch deutsche Versandhändler bei ihren europäischen Nachbarn mit sehr unterschiedlichen Zahlungsmethoden zu tun. Da kommt die EU-Initiative gerade recht mit SEPA nun auch einen einheitlichen Binnenmarkt für Zahlungsarten zu schaffen. Genau genommen steht SEPA (Single Euro Payments Area) für den einheitlichen EURO-Zahlungsverkehrsraum, umgangssprachlich versteht man darunter aber auch das neue Zahlungsformat. Der einheitliche Standard für Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen könnte nun endlich den langersehnten Durchbruch schaffen und die riesige Menge von täglich 210 Millionen Buchungen in Europa vereinfachen. SEPA Überweisungen sind jetzt schon möglich und erlauben den kostengünstigen Geldtransfer über Ländergrenzen hinweg.
Spannender wird es aber mit der SEPA Lastschrift, die noch in diesem Jahr eingeführt wird. Denn derzeit finden nur die Spanier Lastschriften so praktisch wie wir Deutschen. Durch den SEPA Standard könnte sich das Lastschrifteinzugsverfahren europaweit durchsetzen und Lieferungen in Nachbarländer vereinfachen. Zwar ist man wie bisher nicht vor Rücklastschriften gefeit, aber bekannten Kunden mit geprüfter Bonität kann nun auch im Ausland der gleich Service zuteil werden und das zu den extrem günstigen Gebühren. Wer bei Auslandsgeschäften bisher auf Kreditkarten angewiesen war und bei dem horrenden Disagio in Zeiten schrumpfender Marge schlucken musste, wird dies freuen.
Kostensenkungspotentiale ergeben sich auch aus der freien Wahl des Bankinstituts. Hier ist man nicht mehr auf das Inland beschränkt, sondern kann sich im ganzen SEPA Raum umschauen und den günstigsten Anbieter wählen. Dies könnte z.B. auch das schweizerische Institut Postfinance sein, denn neben den EURO-Ländern nehmen auch die Schweiz, Norwegen und Island teil. Wenn auch jüngst der Charme verflogen ist, ein Isländisches Bankkonto zu haben, so ist die Idee des freien und kostengünstigen Zahlungsraums zukunftweisend. Da werden sich die Kreditkartenanbieter, PayPal, Moneybookers und Co. etwas einfallen lassen müssen, um ihren hohen Gebühren zu rechtfertigen.
Autor:
Christian Mauve
Geschäftsführer der Mauve Mailorder Software GmbH & Co. KG aus Essen
www.mauve.eu


